Willkommen in Viborg Domkirke

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Der Viborger Dom

Die Marienkirche von Viborg

Das Viborger Bistum entstand um Jahr 1060. In dem Jahr hat der König Svend Estridsen das Bistum von Ribe in 4 geteilt: Ribe, Aarhus, Viborg und Vestervig. Schon zu der Zeit war Viborg mit ihren 12 Gemeinden eine bedeutende Kirchenstadt.

Man weiss nicht, ob es eine ältere Kirche gegeben hat, da wo die Steinkathedrale während der Regierungszeit von König Niels (1104-34) errichtet wurde. Während dieser Wachstumszeit der dänischen Kirche wurde auch der Bau von den ähnlichen Kathedralen in Lund (Schweden), Schleswig und Ribe angefangen.

Der Viborger Dom wurde als eine Kreuzkirche gebaut - mit 2 Westtürmen, 2 schönen Osttürmen und Seitenschiffen, Chor und einer Krypta, die erst nach dem Mord von Bischof Eskild fertiggestellt wurde. Der Bischof wurde am 20. Oktober 1133 während der Frühmesse in der Marienkirche in Asmild getötet. Der Mord spielte eine Rolle in dem aktuellen Bürgerkrieg, und der spätere König Erik (Emune) war unter Verdacht,  hinter dem Mord zu stehen.

Während der Dom in Ribe aus Tuffstein gebaut wurde, wurde der Viborger Dom aus Quadersteinen errichtet. Der widerspenstige Granit wurde durch lokale, jütländische  Zähigkeit und einen Drang  nach Schönheit besiegt, und was die Verwendung von diesem Baumaterial betrifft, ist die Kirche ganz einzigartig. Der Viborger Dom ist vermutlich die grösste Granitkirche der Welt (die zweitgrösste in Dänemark ist Vestervig).

Schon vor Ende des Baus drohte um Jahr 1145 ein Brand die Kirche, aber der Domprobst Kjeld (1150 gestorben) eilte, der Legende gemäss, in einen der Türme, und auf sein Gebet stoppte das Feuer am Fuss der Kirche.

Im Jahre 1501 traf ein durch Blitzschlag verursachtes Feuer die Kirche. Die Westtürme, die Giebel der Querschiffe und der Oberteil der Hauptapsis wurden zerstört. Es gelang dem Bischof Niels Friis, vor seinem Tod im Jahre 1508, die Kirche wiederaufzubauen.

Während der Reformationszeit wurde Viborg durch die Tätigkeit von Hans Tausen eine Stelle der spirituellen Bahnbrechung. Der evangelische Gottesdienst konnte schon im Jahre 1530 im Dom eingeführt werden, aber schon im Jahre 1567 hat Feuer noch einmal die Stadt verwüstet. Ungefähr 100 Adelshäuser wurden in Schutt und Asche gelegt, und auch nicht der Dom wurde gespart. Die Wiedererrichtung dauerte lange. Die Türme wurden mit schlanken Turmspitzen von über 55 Metern versehen – 13 Meter höher als die jetzigen.

Der nächste Brand traf im Jahre 1726 ein, wo diese höhen Turmspitzen die Gewölbe der Kirche zertrümmerten. Nach dieser Katastrophe standen nur die nackten Wände und einige Reste der Gewölbe übrig. Diesmal wurde die Wiedererrichtung von dem Altona-Baumeister Klaus Stallknecht in Rekordzeit durchgeführt. Er hat für 36.000 Reichstaler den Dom, die Kirche der Schwarzen Brüder und die Bischofsresidenz sowie auch das Rathaus und einen Teil des Hospitals wiederaufgebaut.

Die Querschiffe der Kirche bekamen „Schneckengiebel“ und die Türme „Käppchen“. Im Inneren der Kirche kamen neue Gewölbe dazu, sowie auch eine grosse Kanzel und ein riesiges Altarbild. Danach wurde die Kirche im Jahre 1730 neu-eingeweiht. Die Arbeit war aber schlecht ausgeführt. Trotz wiederholten Reparaturen fingen die Gewölbe an, sich zu öffnen, und im Jahre 1862 wurde die Kirche geschlossen.

Im Jahre 1864 begann der Wiederaufbau nach einer landesweite Einsammlung (100.000 Dkr.), und der Grundstein des Altars wurde im Dezember von dem König gelegt. Die Architekten Nebelong und Jullus Tholle haben die Arbeit geleitet, sie starben aber beide, und der Wiederaufbau wurde von Professor H.B. Storck vollendet – mit Einweihung am 10. September 1876.

Beim Wiederaufbau machten die Architekten gemalte Decken, und der Geschichtemaler F.C. Lund dekorierte die mittlere Kuppel und die Apsis (mit denselben Motiven, die später auch Skovgaard verwendete). Die Kanzel wurde aus Bremersandstein von dem Bildhauer C. J. Rosenfalk gemacht und wird von drei polierten Granitpfeilern getragen, die auf liegenden Granitlöwen ruhen. Die Löwen wurden von dem Bildhauer H. Bissen modelliert.

Das Mittelschiff wird von acht 2 Meter hohen Engeln aus Bronze mit hängenden Glühbirnen und der Chor von zwei Engeln mit hängenden Glühbirnen erleuchtert. Alle im Jahre 1911 von Joakim Skovgaard gezeichnet.

Der umfassende Umbau hatte das Ziel, die ursprüngliche Kirche neuzuschaffen. Rücksichtslos hat man der Kirche fast ihre totale Geschichte entkleidet, aber so wie die Kirche jetzt steht, ist sie das deutlichste Beispiel  der idealen, romanischen Kathedrale. Ihre ersten Meister haben die harmonischen Verhältnisse des Raums festgelegt: Die Länge des Mittelschiffes ist die doppelte von der des Querschiffes, und das Quadrat des Chors wird in allen drei Teilen des Querschiffes wiederholt.

Seitdem sind die Fresken von Joakim Skovgaard als eine protestantische Bilderbibel dazugekommen – eigenartig in ihrer Art. Dieses hat nochmals die Kirche zu einem Touristenziel und einer Stelle der Wallfahrt gemacht – eine Stelle, die Besucher in Viborg unbedingt erleben müssen.

Der goldene Altar wurde von H.B. Storch gezeichnet und von dem Bildhauer Professor C.C. Peters aus goldenem Metall auf Eiche modelliert. Der Altar ist im Stil der bekannten Metallaltäre von der Zeit der Valdemar-Könige ausgeführt. Im Mittelfeld des Altarbildes sehen wir ein Gemälde von Maria mit Jesus – von Bildern aus dem Leben von Jesus umgeben.

Vor der Kommunionbank liegt ein schwarzer Stein auf der Stelle, wo der König Erik der 5. (Klipping) nach seinem Mord St. Cecilienacht den 22. November 1286 bestattet wurde. Die Leiche des Königs, die von 56 tödlichen Wunden durchbohrt war, wurde von den Mitgliedern des königstreuen Domkapitels in rote Seide gewickelt, bevor der König mit seinem Schlachtschwert und anderen Dingen in seinen Bleisarg gelegt wurde.

Durch Abstieg an der Chortreppe erreicht man die „Kraftkirche“ oder „die verborgene Kirche“. Das ist die Krypta von Bischof Eskild, die gleichzeitig der älteste romanische Raum in Dänemark ist. Die Gewölbe ruhen auf 6 Pfeilern, wovon die 2 mittleren aus poliertem Porphyr und die 4 anderen aus Granit sind. In den Wänden wurden ausser Granit auch Ortstein von der Heide verwendet – oder vielleicht ist es „Rotstein“ von der Insel Fur - und Travertin. Der erste Altar der Kirche – vermutlich ein Marienaltar – stand in einer westlichen Nische.

In der nördlichen Kapelle der Krypta steht ein äussert seltener Sarg aus Granit – aus einem Stein gehauen. Oben ist ein separater Raum für den Kopf, und im Boden gibt es Ablaufrinnen! Vermutlich stammt der Sarg aus dem 12. Jahrhundert – also aus den ersten Entstehungsjahren der Kirche. Die Frage meldet sich, ob vielleicht einer der Bischöfe, die am Kirchenbau tätig waren (Eskild, Svend oder Niels) in diesem Sarg bestattet wurde! Oder vielleicht sogar der eigene Heilige der Kirche, der Domprobst Kjeld? In der südlichen Kapelle der Krypta ist der Brunnen von St. Kjeld, wo viele kranke – speziell blinde – geheilt wurden.